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Die Pfalz

V..Die Pfalz -

Naturgunst und derber Dialekt

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Vor drei- bis zweitausend Jahren war das Gebiet der heutigen Pfalz von Kelten bewohnt. Kurz vor der Zeitenwende eroberten die Römer alle linksrheinischen Gebiete und förderten die Ansiedlung von Germanen. Die Römer wurden in der Spätzeit ihrer Herrschaft um 400 durch eindringende Alemannen abgelöst, während diese im Verlauf eines knappen Jahrhunderts den Franken weichen mussten. In der Folgezeit gehörten weite Teile der Pfalz zu den Stammlanden der karolingischen Kaiser.
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Ab 1214 wurden die Wittelsbacher die bestimmende Kraft der Region. Der größte Teil der späteren Pfalz gehörte bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 dem Kurfürstentum Pfalz an. Diese Kurpfalz (einschließlich Mannheim, Heidelberg, Weinheim, dem Odenwald und der Bergstraße) wurde noch vor der Französischen Revolution mit dem späteren Königreich Bayern vereinigt. Im Verlauf der französischen Revolutionskriege wurden in den 1790er Jahren die gesamten linksrheinischen Gebiete von französischen Truppen besetzt. Über verschiedene Abkommen wurde das linksrheinische Deutschland Teil der Französischen Republik. Die pfälzischen und rheinhessischen Territorien wurden als integrierter Bestandteil des französischen Staates verwaltet. Nach dem Wiener Kongress (1815) ging die linksrheinische Pfalz zurück an Bayern. 1835 ließ der bayerische König Ludwig I. den „Rheinkreis“ in „Rheinpfalz“ umbenennen, die spätere Bezeichnung für das Weinbaugebiet. Unter dem Einfluss der französischen Juli-Revolution kam es 1832 auf dem Hambacher Schloss zu einer großen Freiheitskundgebung, die als Hambacher Fest in die Geschichte einging. Die Forderungen nach politischen Mitspracherechten gingen weiter, als die bayerische Verfassung von 1818 vorsah. Die
Herrschaft des bayerischen Königshauses wurde durch Bauprojekte wie die königliche Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben zum Ausdruck gebracht. Bis zum Erlass des BGB im Jahre 1900 galt allerdings der Code Napoléon als Zivilrecht der Pfalz. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Pfalz bis 1930 von französischen Truppen besetzt, wenngleich die Zugehörigkeit zu Bayern fortbestand. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Pfalz im 1947 neu gebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz auf. Dies umfasst neben der Pfalz auch das früher zu Hessen gehörige Rheinhessen und das früher zur preußischen Rheinprovinz gehörige moselfränkische Rheinland mit den Mittelgebirgen Hunsrück, Eifel und Westerwald.
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Mehrere Landschaftselemente prägen die Pfalz. Der Naturpark Pfälzerwald, der sich im Westen als Bergland über die Hinterpfalz erstreckt, ist als größte zusammenhängende Waldfläche Deutschlands Teil eines Biosphärenreservats. Mit 673 m ist seine höchste Erhebung die Kalmit bei Maikammer. Auf der Reichsburg Trifels bei Annweiler wurde der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten. Die Vorderpfalz wird von der Haardt eingenommen, einem schmalen Hügelland zwischen dem Ostrand des Pfälzerwaldes und dem Oberrheingraben. Hier schlängelt sich die Deutsche Weinstraße auf einer Länge von insgesamt 85 Kilometern durch die Weinberge. Mit jährlich über 1.800 Sonnenstunden hat die Oberhaardt ein fast mediterranes Klima, mitunter wird die Gegend sogar als „Toskana Deutschlands“ bezeichnet. Infolge dieses milden Klimas gedeihen hier im Freiland Feigen, Kiwis, Zitronen und Esskastanien. Die Mandelbäume, die rechts und links der Trasse stehen, beginnen bereits Ende Februar rosa oder weiß zu blühen. Beim Gimmeldinger Mandelblütenfest wird in jeden Frühliing die Mandelblütenkönigin gewählt.
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Die
Oberrheinische Tiefebene im Osten ist Teil einer mindestens um 20 km abgesenkten, erdbebengefährdeten Grabenbruchzone, in deren Mitte der Anfang des 19. Jahrhunderts begradigte Rhein fließt. Die Altrheinarme sind Zeugen seines ursprünglich mäandrierenden Verlaufs in einer Sumpflandschaft. Die Pfalz ist das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Auf mehr oder weniger lehmigen Böden werden über 50 weiße und etwa 25 rote Rebsorten angebaut. Genossen wird der alte oder neue Wein gerne im Schoppenglas.
Wer jetzt zu seiner Lebensabschnittsgefährtin sagt: „Menschenskind, wollten wir nicht schon immer mal die Pfalz besuchen?“, sollte Vorsicht walten lassen: sprachlich handelt es sich für alle nördlich des Weißwurschtäquators lebende Zeitgenossen um Ausland. Das kann sogar ich als Pfälzer bestätigen, denn als unser Grundschullehrer mit Diktaten auf Hochdeutsch anfing, stand ich wie der berühmte Ochs vorm Berg. Woher sollte ich beispielsweise wissen, dass „äbbes“ in Wirklichkeit „etwas“ geschrieben wird??? Hochdeutsch wurde zu meiner ersten Fremdsprache. Damit es der geschätzte Leser einfacher hat, hier ein paar gebräuchliche Idiome:

 

Mach mol!

Beeile dich!


Du Beddsääscha!

Du bist mir vielleicht einer!




Dunnakeidlnochämol!

Das ist aber ärgerlich bzw.: Ich bin beeindruckt!

Nidd uffreesche!

Beruhige dich!


Babbel nidd!

Du redest Unsinn!

Ich habb nidd 's'erz.

Ich traue mich nicht.


Hoschd ghehrd?

Hast du mich verstanden?

Dehääm isch dehääm.

Zuhause fühle ich mich am wohlsten.


Willschd midd ma dischbediere?

Möchtest du mir widersprechen?

 

Zur Erholung ein Mundart-Gedicht von Albert H. Keil: Erbsind (aus: Hunde vor de Herze, Verlag Pfalz-MundArt, Dirmstein 1997)

 

Zwä Mensche dun im Barredies
Sich brav e(r)nähre vun Gemies.
Uff ä(n)mol awwer saacht die Schlang:
"Is aich vorm Obscht dann wärklich bang?
Dodra(n) - ehr kännen ruich mär glaawe -
Därf nät de Herrgott bloß sich lawe!"

Ruckzuck, do wars Ve(r)bott ve(r)gesse,
En Abbel samt 'm Grutze g'fresse.
Zwar dut's de Hunger nät ganz stille,
Doch's langt, fär naggich sich se fihle.
Drum gäbbt's en Schorz aus Feicheblädder
Vum Herrgott - un e Dunnerwädder:

"Ehr sollden beim Salat doch bleiwe!
Glei dut moin Engel fort aich treiwe,
Weil däss die Erbsind is gewässt!"
So hait mer's in de Biwel läst.
Die Schlang hot dreggich noch gelacht
Un dann sich ausm Staab gemacht.
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Und zu guter Letzt ein Zungenbrecher zum Üben: „Wænnd' waadschd bisd' erbschd, bleibschd aam, bisd' schderbschd.“

 
   
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