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Sport

X..Citius, altius, fortius: der Sport

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Schon immer verspürte ich einen gewiassen Bewegungsdrang, in dem ich mich von anderen Kindern in keinster Weise unterschieden habe. Nachdem das Gehen einigermaßen funktioniere, war das Laufen, Hüpfen, Springen und Hinfallen an der Reihe. Kinder fallen gerne, weil ihnen die Bewegungserfahrung fehlt und sie noch nicht einschätzen können, wozu sie in der Lage sind und wobei sie sich selbst überfordern. Für mich war körperliche Bewegung „das Normalste von der Welt.“ Und Gelegenheiten gab es reichlich. Eine Mutprobe unserer Lettenwegclique (die längst geteerte Spitalstraße hatte im Volksmund immer noch ihren alten Namen) bestand darin, vor dem Schwimmbad über den „Wäschbach“ (am durch Edenkoben fließenden Triefenbach wuschen die Hausfrauen ihre Wäsche) Jäger und Gejagte zu spielen.
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Bolzen auf der Straße war überhaupt kein Problem. Der Kfz-Verkehr war spärlich: ab und zu mal ein Durchreisender oder ein Fuhrwerk. Gut kann ich mich noch daran erinnern, als ich mit Ball an der Watzengasse („Fetzegass“) an einem Zaun stand und urplötzlich ein bissiger Schäferhund mit durch den Zaun in die Schulter biss. Heulend bin ich, die Hand fest auf die Wunde pressend, die 400 m zum Krankenhaus gerannt, um mich versorgen zu lassen. Ich hatte Angst, ein Stück meiner Schulter könnten diesem Kampfhund zum Opfer gefallen sein, doch es war halb so schlimm. Aber von diesem Tag an habe ich nur noch auf dem Maifeld Fußball gespielzt. Später kamen dann Schwimmen, Wasserspringen, Tauchen, Radfahren, Schlittenfahren sowie Roll- und Schlittschuhlaufen hinzu. Mit einigen Fortbewegungsarten hatte ich so meine Schwierigkeiten. Das Fortbewegen im Wasser spielte sich zunächst nur in einer Ecke im Nichtschwimmerbereich ab. Die Angst war berechtigt, weil irgendwelche älteren Vollidioten ab und zu versuchten, die Köpfe von Nichtschwimmern unter Wasser zu drücken. Tauchen lernt man dadurch aber nicht, Schwimmen auch nicht. Der Kopfprung vom Ein-Meter-Brett kam erst später, als ich in der vierten Klasse war.
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Ein Kinderfahrrad blieb mir versagt, ich musste mich schon sehr früh mit Herrenfahrrädern herumquälen, wobei das Hauptproblem die Stange zwischen den Beinen war. Beim Roll- und Schlittschuhlaufen blieben mir die Erfolgserlebnisse versagt. Wenn ich nicht nach vorne fiel, landete ich auf dem Allerwertesten mit vielen Grüßen ans Steißbein. Den ersten Ehrgeiz entwickelte ich beim Tauchen. Zunächst war das Becken quer zu durchtauchen. Mit Absprung vom Beckenrand waren das vielleicht 18 m und stellten bald kein Problem mehr dar. Schwieriger waren die 50 Meter längsseitig. Doch als 14-jähriger war ich auch am Ziel, sodass die Herausforderung im Jugendschwimmabzeichen bestand. Neu waren der Sprung vom 3-m-Brett und das Herausholen von Tauchringen aus 2 m Tiefe. Dazu musste man ins Schwimmbad nach Neustadt an der Weinstraße, da in meinem Heimatort keine Prüfungen durchgeführt wurden. Wenn „unser“ Schwimmbad „vorübergehend geschlossen“ war, besuchten wir das Edesheimer Freibad, das, im Gegensatz zum Edenkobener, bis heute existiert. Hier gab es über der grüner Brühe sogar ein 5-m-Brett. Wir trauten uns Fußsprünge, aber für mich war das die absolute Obergrenze.
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Dabei muss man berücksichtigen, dass ich den schlecht erkennbaren Wasserspiegel aus fast sieben Metern anvisierte. Dann war wieder das Stadionbad in Neustadt an der Reihe. Um Rettungsschwimmer zu werden, musste man einige Unterrichtsstunden besuchen. Die Anforderungen waren ganz schön happig: Schwimmen in Kleidung, zwei Mal 50 m Transportschwimmen (Schieben und Schleppen) und einiges mehr, unter anderem theoretische Kenntnisse. Mein Knackpunkt war das Heraufholen ein fünf Kilogramm schweren Tauchrings aus vier Meter Wassertiefe. Mit jeder Menge Wasser im Magen und zugefallenen Ohren hatte ich es: das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen in Silber!

Schon ein paar Jahre zuvor wurde ich Mitglied der Spielvereinigung 1920 Edenkoben und ging einmal pro Woche abends zum Training „auf den Rappen“. „Training“ ist eine übertriebene Formulierung. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich jemals ein Übungsleiter um uns gekümmert hätte, schließlich waren ja die Spieler der ersten Mannschaft gleichzeitig auf dem Platz.
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Seinen größten Erfolg feierte die SV Edenkoben 1994, trainiert vom ehemaligen Zehnkämpfer und Lauterer Bundesligaspieler H.-P. Briegel, mit dem Aufstieg in die neu gegründete Regionalliga West/Südwest. Für uns galt es damals, kleinere Brötchen zu bäcken. Allerdings durfte ich als rechter Verteidiger in der C-Jugend eine Saison ohne eine einzige Niederlage und mit über 100 erzielten Toren miterleben.
Weil ich ziemlich schnell auf den Beinen war, ist auch bald der Jugendbetreuer des Leichtathletik Clubs Oberhaardt auf mich aufmerksam geworden. Eine neue Herausforderungen: ich war nicht abgeneigt. Die Leichtathleten durften zweimal pro Woche im Stadion Ludwigshöhe trainieren. Es liegt idyllisch am Rand eines Edelkastanienwaldes, in der Villastraße, und gehört dem Südwestdeutschen Fußballverband. Die Trainingsmöglichkeiten waren allerdings bescheiden und die Wurfdisziplinen - wegen Verletzungsgefahr des schönen Rasens - verboten.
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Ein Trainer hat sich nie blicken lassen, sodass wir uns als Autodidakten betätigten. Das Desinteresse der Vereinsführung bezüglich der Nachwuchsarbeit war mir unbegreiflich. Vielleicht ein Grund, warum ich weder beim Sprint, noch beim Hoch- oder Weitsprung, weder beim Werfen oder Stoßen noch im Dauerlauf überragende Fähigkeiten entwickelt habe. Bei den zahlreichen Sportfesten habe ich immer an den Wettbewwerben teilgenommen, die gerade angeboten wurden.

Besonders erfolgreich waren wir mit unserer Sprintstaffel: wir haben alle weggeputzt. Doch mittelfristig war mein Ziel der Zehnkampf. Es gab nur zwei Probleme: Hürdenlauf und Stabhochsprung. Letzteres ist mir immer ein technomotorisches Rätsel geblieben. Dennoch sind die Erfolge nicht ausgeblieben. Der Höhepunkt war ein dritter Platz bei den Südwestdeutschen Mehrkampfmeisterschaften. Obwohl ich noch in der A-Jugend war, durfte ich als dritter Wettkämpfer der LCO-Zehnkampf-Herrenmannschaft an den Start.

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Nicht nur, dass ich Extratrainingseinheiten eingelegt habe, auch für zu Hause habe ich mir für das Krafttraining Expander und Bullworker angeschafft. Jetzt, in der Adoleszenz, mussten Muckis her. Im Winter wurde zweimal pro Woche hart im Ausdauer- und Kraftbereich trainiert; am meisten habe ich die Hindernisläufe gehasst. Aber: wat mut, dat mut.
Schulintern war Sport das einzige Fach, in dem ich auf den zirka 27 Zeugnissen, die - einschließlich des „Zeugnisses der Reife“ - an mich ausgegeben wurden, nie eine andere Note als „sehr gut“ hatte, denn in Religion und Kunst bin ich in der Oberstufe auf ein „gut“ abgesackt. Immer wieder fanden Sportveranstaltungen statt. Dazu gehörten jedes Jahr die Bundesjugendspiele, bei denen eine Ehrenurkunde das mindeste war, zumal sie immer im Bereich „Leichtathletik“ durchgeführt wurden.
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Daneben haben unsere Sportlehrer Schulmannschaften aufgestellt, vorzugsweise in Hand- und Fußball, den beiden damals populärsten Ballspielen. In der 11. Klasse sind wir mit der Schulmannschaft zu den Deutschen Schüler-Handballmeisterschaften gefahren, nachdem wir ein Qualifikationsturnier in Landau gewonnen hatten. Weil niemand eine blutende Nase haben wollte, musste ich ins Tor. So weit ich das beurteilen kann, habe ich in Mainz sensationell gehalten. Wegen unseres schwachen Angriffs sind wir leider nur achter geworden, achter Deutscher Meister, wohl gemerkt. Allerdings muss ehrlicherweise gesagt werden, dass nur acht Schulen beteiligt waren
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Die Bundeswehr hat meiner weiteren Sportler-Karriere ein Ende gesetzt, obwohl Fuß- und Basketball beim Bund auch jede Menge Spaß gemacht haben. Als Student waren pro Semester zwei Sportarten mit Prüfungen vorgeschrieben. Da blieb für privaten Sport, außer gelegentlichem Schwimmen im Freiburger Lorettobad, keine Zeit mehr übrig. Aber da ging's mehr um „Fleischbeschau“ als um körperlche Ertüchtigung. Als Berliner hatte ich, in jeweils zeitlichem Abstand von mehreren Jahren, mehrere Schwerpunkte. Zunächst war Jazzdance an der Reihe. Unser Trainer war ein freundlicher, schwuler Schwarzer. Das Training bei ihm hat Spaß gemacht, doch kann ich mich an Einzelheiten nicht mehr erinnern. Nach etwa anderthalb Jahren war Schluss. Nach einer Erholungsphase war Sidney Rome in aller Munde. 1983/84 hat sie Aerobic in Berlin populär gemacht, wenngleich sie die Übungsstunden nicht selbst geleitet hat.
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Dennoch gab es im Charlottenburger "Let’s move"-Studio viel zu sehen: die Beine der hautengen Leotards der zahlreichen Teilnehmerinnen waren bis zur Hüfte ausgeschnitten. In der letzten Phase meiner Teilnahme kamen Hanteln zum Hüpfen dazu. Das war ganz schön heavy. Ich hatte damals ausreichend Kondition für den Ironman. Doch davon habe ich Abstand genommen, zumal ich ja nicht mehr der Jüngste war. Einige Monate nach meinem Abschied vom Aerobic hatte ich genug Geld für ein Sportrad gespart. Radfahren war wieder in, da durfte ich nicht hinten anstehen. Wenn ich Zeit hatte, fuhr ich meine Lieblingsstrecke: Kaiserdamm - Heerstraße - Am Postfenn - Havelchaussee - Kronprinzessinnenweg - Hüttenweg - Königsallee - Kurfürstendamm. Das waren gut und gerne 25 Kilometer. Dann entweder bereits am Hagenplatz oder erst zwischen Lehniner, Olivaer und Stuttgarter Platz den Flüssigkeitshaushalt regulieren! Die kurze restliche Strecke war mit jedem beliebigen Promillewert zurückzulegen. Das ging auch lange Zeit gut, bis ich unversehens in eine Polizeikontrolle geriet: da war der Fahrrad-Führerschein weg. Nein, Quatsch; das war frei erfunden.
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Das Sportrad hatte ich jahrzehntelang; aber in den letzten Jahren stand es nur noch verstaubt im Schlafzimmer. Dann hatte ich die bescheuerte Idee, meinen Body zu perfektionieren. Schräg gegenüber meiner Wohnung in der Charlottenburger Schlossstraße hatte ein Fitness-Studio eröffnet. Wöchentlich ging ich zweimal mit einem festen Programm zum "Bodybuilding", zweimal lief ich im Schlosspark ein paar Runden und zweimal machte ich zu Hause meine Verrenkungen: überwiegend aus dem Hatha-Yoga abgeleitete Dehnungsübungen. Nach zwei Jahren war Schluss: zum einen hatte ich mir bei den Asanas zum x-ten Mal einen Muskelfaserriss zugezogen, zum anderen wurde ich beim Bankdrücken wegen meines zervikalen Syndroms immer schwächer. Diese Ursache war mir damals jedoch unbekannt. Aber es gab ja noch andere Sportarten! Nach ein paar Jahren Schlittschuhlaufen mit Bernd B. in Eisstadion Wilmersdorf war Karambolage an seinem neuen Billardtisch in seiner 8-Zimmer-Luxuswohnung in der Pausborner Straße an der Reihe. Schwer zu sagen, ob es sich bei dieser Samstagabend-Beschäftigung um Sport handelte. Egal, ein paar Stunden haben wir immer gespielt. Jahrelang - bis Bernd keinen Bock mehr hatte, gegen mich zu verlieren. Inzwischen hat er den Billardtisch ja auch verschenkt.
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Kurze Zeit später war Tennis erste Wahl. Das konnte man im Sommer und im Winter spielen. Isabell, eine 17-jährige Schülerin mit viel Zeit hat mir die Grundschläge beigebracht. Gespielt haben wir auf einer Anlage im Märkischen Viertel sowie auf einem Platz in Westend der für SFB-Mitarbeiter reserviert war. Bernd B. hasste Sport und gab mir daher seinen Schlüssel, so dass wir regelmäßig und kostenlos Zugang hatten. Traumhaft! Gelegentlich gesellte sich auch ein Bekannter dazu, ein Ex-Junkie, bei dem des Öfteren Feten stattfanden.
Als der SFB die Schlösser auswechseln ließ, legte ich eine Tennispause ein. Die nutzte Alojz S., um mir Golf schmackhaft zu machen. Bald hatte ich ein Schlägerset und die richtigen Schuhe (mit Noppen!). Wenn Alojz Zeit hatte führen wir ins Berliner Umland, zu einem der immer zahlreicher werdenden Golfplatz. Auf der Driving Range im Schloss Wilkendorf, am Seddiner See, in Groß Kienitz, in Kallin oder in der Stolper Heide wurden dann endlos Abschläge geübt. Da wir keine Platzreife hatten, waren wir zum „richtigen“ Spielen auf kleinere Platz mit beispielsweise sechs Löchern angewiesen. Derartige Möglichkeiten fanden wir immer wieder. Wahrscheinlich würde ich heute noch Golf spielen, wenn Alojz nicht vorzeitig in Rente gegangen wäre und sich von Berlin verabschiedet hätte. Dennoch habe ich diese schöne Rasenballsportart noch nicht ad acta gelegt.

 
   
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