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Edenkoben

VI--Edenkoben - weinfrohe Stadt, Verbandsgemeinde und Luftkurort

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Der Luftkurort liegt an der Oberhaardt, in einem Meer von Reben. Die Deutsche Weinstraße führt direkt durch den Stadtkern. 769 wurde Zotingkowe erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Vereinigung mit Wazzenhofen wird das Dorf 1539 kurpfälzisch, 1798 französisch, 1816 bayrisch. Nach der Erteilung des Stadtrechts werden im 19. Jahrhundert der königlich-bayrische Bahnhof, das Krankenhaus Ludwigsstift sowie die Villa Ludwigshöhe als Sommerresidenz des bayerischen Königs Ludwig I. erbaut. Neben diesem Schloss sind vor allen die Sesselbahn, die Rhodter Rietburg, das Siegesdenkmal, inzwischen in “Friedensdenkmal” umgetauft, sowie das Weinfest im September Touristenattraktionen. Weniger bekannt ist der Lederstrumpfbrunnen am Goldenen Eck zum Andenken an den Auswanderer Johann Adam Hartmann, den J. F. Cooper als Lederstrumpf unsterblich gemacht hat. Die Legende sagt, er habe als Schmiedlehrling seinen Meister erschlagen und sei daraufhin geflohen.
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Als Kinder und Jugendliche kannten wir allerdings noch andere Treffpunkte. Der Stadtgarten bot Gelegenheit nach Mädchen Ausschau zu halten und abends verbotenerweise mal an einer Lulle zu nuckeln, was bei uns “nuggle” hieß, da wir als Pfälzer “g” und “k”, “d” und “t” sowie “b” und “p” nicht unterscheiden konnten. Meine “Dande” war meine Tante und “Babba” mein Vater. Hauptsache wir verstanden uns. Zur Sache ging es auch nachmittags auf dem Maifeld, wo Kicken angesagt war. In der Sommerzeit war das inzwischen verschwundene Schwimmbad die allererste Adresse. Beliebt waren Bauchplatscher, Skatspiel und das “Tunken” Schwächerer, also die schlechte Angewohnheit, deren Kopf unter Wasser zu drücken. Alle paar Wochen wurde das Freibad zwei Tage geschlossen, um das Wasser auszutauschen; Umwälzanlagen waren unbekannt. Nach Wiedereröffnung traute sich niemand ins Schwimmbecken. Erst wenn sich das eiskalte Wasser nach ein paar Tagen durch Sonneneinstrahlung und “Pisse” in eine warme Brühe verwandelt hatte, war das Gedrängel wieder groß. Im Flachwasserbereich konnte man herumstehen und gleichzeitig unauffällig “brunzen”. In der Schneezeit dagegen war Rodeln angesagt. Besonders beliebt waren Ketten: in Bauchlage (“Baucher”), zu viert in einer Linie und mit den Füßen im Schlitten dahinter eingehakt - da ging die Post ab. Vom Waldrand aus die Schänzelstraße hinunter ergab ein Mordstempo. Wegen des Schleudereffekts musste deswegen für das Schlangenende immer ein “Debb” (Depp) gefunden werden. Hat er doch mal gemeckert, hieß es: “Hald die Gosch” (Halte deinen Mund). Es existierte bzw. vegetierte auch ein echter, allseits anerkannter, alter Dorfdepp, der sich das Hirn aus dem Schädel gesoffen hatte und mit seiner Weinflasche in der Schürze wie ein besudeltes Schwein drei Meilen gegen den Wind stank. Nicht nur Rodeln, auch Fußballspielen oder Rollschuhlaufen auf der Straße, zum Beispiel im Lettenweg, der als ehemaliger Abschnitt der Weinstraße geteert und - wegen des Krankenhauses - in Spitalstraße umbenannt wurde, war kein Problem: Autos fuhren in den 1950-er Jahren so selten wie heute Kuhroller (so hießen die von einer Kuh gezogenen Fuhrwerke).
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Sie wurden in den 1960-ern immer mehr durch Traktoren abgelöst, vor allem durch den Bulldog. Insbesondere die Holder und Hanomag vermehrten sich wie anderswo Karnickel. Pferde und Kühe hatten als Zugtiere bald ausgedient. Mit 16 Jahren bin auch ich vom Fahrrad auf das Moped meines Vaters umgestiegen, der sich einen holländischen DAF zulegte. Ab und zu war ein Besuch der Eisdiele Rialto oder des Kinos fällig, wenn Filme wie “Godzilla”, “Die Brücke am Kwai” oder “Wenn die Conny [Froboess] mit dem Peter [Kraus]” gezeigt wurden. Diskothekenbesuche fanden in Neustadt an der Weinstraße oder in Landau statt. Neben der Schule habe ich allerdings einen Großteil meiner Zeit mit sportlichen Aktivitäten verbracht.

Edenkoben ist mit 500 ha Weinbaufläche nicht nur eine der größten Weinbaugemeinden Deutschlands, sondern hat seit 1972 eine Verbandsgemeindeverwaltung, die über 20000 Bewohner der Ortsgemeinden Altdorf, Böbingen, Burrweiler, Edesheim, Flemlingen, Freimersheim (Pfalz), Gleisweiler, Gommersheim, Großfischlingen, Hainfeld, Kleinfischlingen, Rhodt unter Rietburg, Roschbach, Venningen und Weyher mit zentralen Behördenfunktionen versorgt. Das Verwaltungszentrum ist mit seiner Grund-, Haupt- und Realschule, seinem Gymnasium sowie einer Sonderschule für Lernbehinderte, einer Fachhochschule für Finanzen, einer Berufsbildenden Schule und der Sportschule des Südwestdeutschen Fußballverbandes gleichzeitig Bildungszentrum.
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Niedrige Gewerbesteuersätze (3,7%) und verkehrsgünstige Lage - über den Anschluss an die A65 sind die Wirtschaftszentren Rhein-Main, Rhein-Neckar, Karlsruhe und Straßburg schnell erreichbar - machen zum Beispiel den autobahnnahen Gewerbepark „In den Seewiesen“ zu einem attraktiven Produktionsstandort. Der Kfz-Zulieferer
Tenneco (ehemals Gillet) kann ein Lied davon singen.
 
   
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